Narben sind sichtbare Spuren, die unser Körper nach Verletzungen, Operationen oder anderen Eingriffen hinterlässt. Auch wenn sie oberflächlich gut verheilt erscheinen, können sie im Inneren des Gewebes Spannungen aufbauen – sogenannte Störfelder. Diese können nicht nur lokal Beschwerden verursachen, sondern über fasziale Verbindungen auch entfernte Körperbereiche beeinflussen.
In der ganzheitlichen Betrachtung spricht man von Störfeldern, wenn ein Gewebeabschnitt – wie etwa eine Narbe – die natürliche Informations- und Bewegungsweiterleitung im Körper behindert. Gerade im Bereich der Faszien (also der bindegewebigen Strukturen, die Muskeln, Gelenke und Organe umhüllen) kann eine Narbe wie ein „Knoten“ wirken, der Spannungen im gesamten System verursacht.
So kann beispielsweise eine alte Operationsnarbe im Bauchbereich zu Rückenschmerzen oder Bewegungseinschränkungen führen, obwohl die betroffene Stelle selbst schmerzfrei ist. Dies liegt daran, dass die faszialen Zuglinien des Körpers unterbrochen oder verklebt sind – und Spannungen nicht mehr frei weitergeleitet werden können.
Die Narbe fühlt sich „störend“ an – etwa durch Druckempfindlichkeit, Spannungsgefühl oder Taubheit
Bewegungseinschränkungen in der Nähe der Narbe
Schmerzen oder Beschwerden, die nicht auf klassische Therapien ansprechen
Wiederkehrende Symptome ohne klare Ursache
Eine regelmäßige, sanfte Massage kann helfen, das Gewebe beweglich zu halten oder wieder zu machen. Verwenden Sie dazu pflegende Öle oder spezielle Narbencremes. Wichtig ist dabei: arbeiten Sie behutsam, aber regelmäßig.
Sogenannte Gitterpflaster (auch Cross-Tapes genannt) können auf störende Narben aufgebracht werden. Sie wirken durch leichte Impulse auf die Haut und das darunterliegende Gewebe regulierend. Kinesiotapes können zusätzlich den Lymphfluss fördern und Spannungen im Bereich der Narbe reduzieren.
Durch gezielten Unterdruck wird das Gewebe sanft angehoben und mobilisiert. Das kann helfen, Verklebungen zu lösen und die Durchblutung sowie die fasziale Beweglichkeit im Bereich der Narbe zu verbessern.
Bestimmte manuelle Techniken arbeiten gezielt entlang der faszialen Spannungslinien des Körpers. Dabei werden Verklebungen und Blockaden ertastet und gelöst – nicht nur direkt an der Narbe, sondern auch an entfernt liegenden, funktionell verbundenen Stellen. Ziel ist es, den natürlichen Fluss der Bewegung und Spannung wiederherzustellen.
Lymphdrainage: bei gestautem, geschwollenem oder verhärtetem Narbengewebe
Akupressur und Akkupunktur zur Reizregulation im Narbenbereich
Achtsamkeitsarbeit und emotionale Begleitung: gerade bei Narben, die mit Trauma oder schwierigen Erlebnissen verbunden sind
Wenn Ihre Narbe sich auffällig verhält (z. B. schmerzt, hart oder eingezogen ist)
Wenn Sie Beschwerden haben, die nicht erklärbar oder therapieresistent erscheinen
Wenn Sie selbst merken, dass sich „etwas nicht rund anfühlt“ im Bereich einer alten Verletzung
Eine gezielte, individuell abgestimmte Körpertherapie kann helfen, solche Zusammenhänge aufzudecken und zu behandeln. Dabei geht es nicht nur um die Narbe selbst, sondern um das Zusammenspiel von Gewebe, Bewegung und innerer Regulation.
Sie können Einfluss auf das gesamte Körpersystem nehmen – über Faszien, Nervensystem und Spannungsverhältnisse. Mit sanften, gezielten Maßnahmen lassen sich viele dieser Störungen lindern oder ganz beheben. Wer die Sprache seines Körpers versteht, kann ihn darin unterstützen, wieder in Balance zu kommen.
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